Wenn Stille eine Sprache wäre
16565
portfolio_page-template-default,single,single-portfolio_page,postid-16565,bridge-core-3.0.2,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode-theme-ver-28.8,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.9.0,vc_responsive

About This Project


In Schweden haben die Bücher von Tomas Sjödin seit vielen Jahren eine große und begeisterte Leserschaft. Auf Deutsch sind sie erst seit wenigen Jahren zugänglich, und es ist mir eine Ehre, die Übersetzerin sein zu dürfen.


 

Wenn Stille eine Sprache wäre

 

Wenn Stille eine Sprache wäre“ – „Wäre?? Stille ist eine Sprache!“ Das war meine spontane Reaktion auf die Titelwahl des Verlags. Auf Schwedisch heißt das fünfte Sjödin-Buch, das ich übersetzt habe, „Der Klang der Stille“, aber dieser Titel war auf dem deutschsprachigen Buchmarkt leider schon vergeben.

Eine Kostprobe:

In meinem Leben hat sich das Gebet vom festen Abendritual meiner Kindheit zur freimütigen Bitte des Jugendlichen um Gottes verwandelnde Kraft, ja, beinahe zur „Bestellung“ dieser Kraft weiterentwickelt. In den Jahren, in denen ich Vater von Kleinkindern war, ging es meist darum, Gott seufzend um Schutz zu bitten oder darum, dass dies oder jenes einfach klappen sollte. Später, in der schwierigsten Krankheitszeit unserer Söhne, war alles wie zusammengepresst in einem einzigen unartikulierten Schrei des Herzens.
Nach dem Tod unserer Söhne folgte Stille. Eine Stille, die wir erst als eine schmerzliche Gottesferne auffassten, die sich aber mit der Zeit als das Nahesein eines Gottes, der schweigt und mitleidet, erwies. Schweigt, weil es nichts zu sagen gibt. Und doch ist da immer das Gespräch zwischen Himmel und Erde. Mit oder ohne Worte. (…) Heute ist das Gebet für mich etwas, das meinen Lebensraum erweitert, gerade so, wie ein tiefer Atemzug die Brust weit macht. Ganz langsam drückt das Gebet gegen die Wände und macht den Raum größer, bis mehr hineingeht, mehr dort nebeneinander Platz findet, auch wenn es von außen betrachtet nicht zusammenpasst: Klagelied und Lobgesang. Stille und Ruf. Verzweiflung und Trost.
Im Grunde geht es immer um eine Sache: das aufrichtige Herz.

 

 


Man kann ganz viel aushalten, solange man jemanden hat, dem man davon erzählen kann.
Tomas Sjödin

mehr von Tomas Sjödin:


 

Übersetzerin

Hanna Schott

Autor

Tomas Sjödin

Verlag

SCM R. Brockhaus

Date
Category
Bücher für Erwachsene